An der Ampel: Füße spüren, Ausatmen verlängern
Sobald Rot erscheint, verteile dein Gewicht gleichmäßig auf beide Füße und finde drei lange Ausatmer. Lasse die Schultern sinken, löse die Zunge vom Gaumen. Der Körper nimmt das Standbild als Einladung, Druck abzugeben. Benenne innerlich einen Farbton in deiner Umgebung, um Aufmerksamkeit zu weiten. Grün wird zum Signal, wieder in Bewegung zu gehen. Diese Sekunden verändern nichts im Kalender, aber alles im Erleben. Wer regelmäßig so wartet, bemerkt nach Tagen mehr Geduld, freundlichere Reaktionen und weniger unbewusste Eile zwischen Terminen.
Im Treppenhaus: ruhiger Rhythmus statt Hast
Jede Stufe ist ein Takt. Steige bewusst in einem Tempo, das du mit deinem Atem synchronisierst: zwei Stufen ein, drei Stufen aus. Hände locker, Blick weich. Du wirst nicht langsamer ankommen, aber ruhiger. Der Körper liebt diese klare, unspektakuläre Metronomik. Kopple das Ritual an die erste Stufe nach dem Türrahmen. Wenn ein Kollege auftaucht, lächle einfach und halte den Rhythmus innerlich. Mit der Zeit wird das Treppenhaus nicht nur zu Bewegung, sondern zu einem bewegten, stillen Raum, der dich ordnet.